Wartungstipps für Helixschrauber
 Variorollen  Variofett  DrPulley Gleitrollen  
Anlasser
 
Ventile einstellen  Motorlagerbuchsen


Variorollen ersetzen:

Wenn der Helix beim Anfahren ruckelt und rupft ist es Zeit, die Variorollen zu wechseln. Nach nunmehr 93.600 km war es denn auch bei meinem Helix soweit. Ich habe mir die Originalrollen von Honda besorgt (Größe 23,8 x 18).


Nun wird der Variodeckel abgeschraubt. Hierzu zuerst die Halterung des Bremsseils und den Halter des Ablaufschlauchs abschrauben (SW8). Dann die beiden Deckelschrauben lösen (SW10). Mit einem Kreuzschlitzschraubendreher wird die Schelle zwischen Variodeckel und Luftfilterkasten gelöst und der Luftfilterkasten leicht nach oben gedrückt. 
Der Variodeckel kann nun vorsichtig abgezogen werden, evtl. muß man mit leichten Schlägen mit einem Gummihammer nachhelfen weil die Dichtung klebt.

Die Variomutter muß nun mittels Schlagschrauber oder 22er Nuß und geeignetem Blockier- werkzeug geöffnet werden. Gut bewährt hat sich hier auch ein preiswerter 12V-Elektroschlagschrauber
aus dem Zubehör für knapp 30,- Euro! Damit läßt sich die Mutter einfach lösen und auch wieder festziehen. Das notwendige Anziehmoment von 90 Nm wird durch 2 Schläge des Schraubers erreicht.



Die 3 Schrauben des Deckels lösen und den Deckel vorsichtig mit einem Schraubendreher abhebeln. Dabei sollte die darunterliegende Gummidichtung nicht beschädigt werden sonst muß man sie auf jeden Fall ersetzen da sonst das Fett austreten kann.


So sah meine Variomatik nach 93.600 km aus:


 

Das Fett war ziemlich verbraucht, aber überraschenderweise noch vorhanden!
Normalerweise sieht Honda ja ein Wartungsintervall von 18.000 km. Wie man sieht kann man das aber schon um einiges strecken. Die Variomatik nimmt dadurch keinen Schaden.



Nach dem Reinigen der Einzelteile wird die Variomatik mit neuen Rollen wieder zusammengebaut.
Hierbei werden die Rollen eingefettet und auch der Käfig mit etwas Spezialfett versehen. Ich habe testweise die Rollen und den Käfig nur mit Keramikpaste eingeschmiert. Die Rollen laufen dadurch sehr gut aber es bleibt ein leichtes Anfahrruckeln. Außerdem Klappern die Rollen im Leerlauf deutlich.
Mit Mehrzweckfett aus dem Maschinenzubehör (Tropfpunkt 190°C) funktioniert die Vario viel besser.

Den Deckel mit der eingelegten Dichtung aufsetzen und mit den 3 Schrauben befestigen. Dann die Variohülse vorsichtig einschieben, hierbei darauf achten dass die Verzahnung zur Vorderseite (also zur Scheibe) zeigt.
Die Variomatik wird nun auf die Kurbelwellenachse geschoben. Den Antriebsriemen einlegen, dazu die Kupplung mit der Hand etwas zusammendrücken damit der Riemen "länger wird" und sich leichter zwischen die vorderen Riemenscheiben legen läßt. Die äußere Riemenscheibe aufsetzen und mit der Variomutter sichern (von Hand aufschrauben). Die Variomutter mit dem Schlagschrauber oder Drehmomentschlüssel und Blockierwerkzeug festziehen. Das Anzugsmoment beträgt 90 Nm. Den Motor starten und kurz mit ein wenig Gas das Rad drehen lassen. Der Antriebriemen spannt sich dadurch selbst. Motor wieder abstellen und den Variodeckel aufsetzen. Dabei auf den korrekten Sitz der Deckeldichtung achten! Defekte Dichtung sofort austauschen damit kein Schmutz in die Variomatik kommt.

Welches Variomatikfett kann man verwenden?
Ich habe auch das Spezialfett von Malossi ausprobiert. Die 40g Tube kostet ca. 6,50 €. Ich habe festgestellt, dass die Vario nicht besser läuft als mit dem preiswerteren Mehrzweckfett.
Das Fett bekommt man im Autozubehör- handel. Die Dose hat einen Inhalt von 625 g und kosten 7,50 €. Man benötigt ca. 40-50 g Fett für die Variomatikfüllung. Im Vergleich zu den 40 g Spezialfett von Malossi kostet somit die neue Fettfüllung gerade mal 0,48 € !
 






 Variorollen / Gleitrollen  von Dr. Pulley

Ich habe in meinem Alltagshelix jetzt mal Gleitrollen von Dr.Pulley eingebaut. Durch diese speziellen Gleitrollen ("Käseecken") ergibt sich eine sehr viel harmonischere Beschleunigung und ein spürbar besserer Durchzug als mit den Originalrollen.  

DrPulley Gleitrolle   Die Gleitrollen werden aus einem speziellen Werkstoff hergestellt, der sehr gute Gleitfähigkeiten besitzt. Daher darf die Variomatik nicht mit Fett gefüllt werden, denn das würde die Gleitrollen in ihrer Bewegung beeinträchtigen. 





Hier zum Vergleich die DrPulley Sport-Variomatik und die Original-Vario:

Variovergleich


Die Gleitrollen können natürlich auch in die Original Variomatik eingebaut werden.

Beim Einbau der Gleitstücke ist auf die genaue Einbaulage zu achten. Die Gleitrollen werden so in die Vario eingelegt das die Teilenummer nach unten in die Mulde zeigt und die lange, gerade Seite innen an der Variolaufbahn anliegt.


DrPulley Vario


DrPulley                 DrPulley

Da die Gleitrollen trocken eingesetzt werden ist bei der Variomatik von Dr.Pulley kein Dichtring und auch kein Schutzdeckel vorhanden.

Ich habe die Gleitrollen mit 20 g in die Original-Vario eingebaut und bin sehr zufrieden. Die Beschleunigung ist viel besser geworden und auch der Durchzug im oberen Geschwindigkeitsbereich zwischen 70 und 100 km/h ist besser. Die Höchstgeschwindigkeit hat sich nicht merklich gesteigert.

Die abgebildete Dr.Pulley Sport-Variomatik habe ich günstig erworben und werde sie demnächt in meinen roten Helix einbauen. Da bei diesem Set 23 g Gleitrollen dabei sind werde ich diese erst einmal verbauen um den Unterschied zu den 20g Gleitrollen zu testen.

Auf jeden Fall kann ich die Dr.Pulley Gleitrollen
 SR2318/6-20 für den Helix als gute Feintuningmaßnahme sehr empfehlen!

30.04.2015:
Ich habe gerade mal die Dr.Pulley Sport-Variomatik mit 20g Gleitrollen getestet - das Laufverhalten gefällt mir persönlich im Vergleich zur Originalvario mit den Dr.Pulley-Gleitrollen nicht. Es ist gefühlt weicher und weniger spritzig, die Motordrehzahl ist hörbar geringer. An meinem Meßberg läuft die Helix etwa 3-5 km/h weniger - das ist zwar nicht die Welt und liegt mehr oder weniger innerhalb der Meßtoleranz -aber ich hab sie wieder ausgebaut und fahre weiterhin die Originalvario mit 20g Pulleys.

Sportvario


05.05.2016:
Nun ist die Dr.Pulley-Vario im roten Helix verbaut. Ich habe die 23g-Gleitrollen eingebaut die zu dem Varioset geliefert wurden. Das Laufverhalten des Motors mit dieser Varioabstimmung passt, der Motor dreht hörbar niedriger bei gleicher Geschwindigkeit. Allerdings liegt die Anfahrdrehzahl relativ hoch und bleibt dann beim Beschleunigen über einen großen Bereich gleich. Daran muß ich mich noch gewöhnen, ich mag eher niedrigere Anfahrdrehzahlen. Trotzdem ist die Summe der Eigenschaften besser als die Orginalvario.
 


Anlasser wechseln

Um den Anlasser zu wechseln muß zuerst die Sitzbank abgenommen werden. Dazu die Schraube vorne an der Sitzbank abschrauben und die Sitzbank nach vorne wegziehen. Anschließend muß die Sitzbankverkleidung abgenommen werden. Dazu werden die 4 Kreuzschlitzschrauben der Verkleidung gelöst und die Verkleidung aus den Plastikrasten ausgeklipst.

Sitzbankverkleidung

Nun kann das Pluskabel des Anlassers gelöst werden. Dazu die Gummitülle zurückschieben, mit einem Gabelschlüssel SW10 die Mutter abschrauben und das Kabel abziehen. Der Anlasser ist mit 2 Sechskantschrauben SW10 befestigt. 

Anlasser

Mit einem kurzen  Steckschlüssel können nun die beiden Befestigungsschrauben gelöst werden.

Anlasser    Anlasser neu

Wenn die Schrauben gelöst sind wird ein kräftiger Schraubendreher auf der rechten Seite zwischen Anlasser und Motorblock gesteckt und der Anlasser vorsichtig rausgehebelt. Dabei natürlich mit der linken Hand den Anlasser festhalten damit er nicht herunterfällt.
Der neue Anlasser wird in die Öffnung des Motorblocks eingeschoben und zu den beiden Gewindebohrungen ausgerichtet. Bevor nun die untere Schraube eingesetzt wird muß das Massekabel auf die Schraube gesteckt werden (beim Ausbau wird das Kabel gerne übersehen und dadurch vergessen). Die beiden Schrauben werden erst einmal von Hand festgezogen. Nun wird noch das Pluskabel auf den Anschluß gesteckt und mit der Mutter gesichert. Alle Schrauben festziehen.  Sitzbankverkleidung und Sitzbank wieder einbauen.
 


Ventile einstellen

Das Ventilspiel kann man am sehr einfach einstellen, wenn der Motor warm ist und im Leerlauf läuft.

Also zuerst einmal den Motor warmfahren. Den Helix auf den Hauptständer stellen und im Leerlauf laufen lassen. Die Leerlaufdrehzahl sollte man leicht erhöhen (ca. 1800-2000 1/min). Nun die Klemmsschraube am Einsteller lösen und die Einstellscheibe ein wenig nach innen bewegen bis der Motor zu klappern beginnt (Ventilspiel Erhöhung). Durch langsames Bewegen der Einstellscheibe nach außen das Ventilspiel anschließend soweit verringern bis der Motor ruhig und ohne Klappern läuft. Die Klemmschraube wieder festziehen.

Das Gleiche wiederholen für das zweite Ventil - fertig. 

Wenn man das Ventilspiel zu weit verengt wird in der Regel eine Fehlzündung entstehen oder der Motor stehen bleiben. Dies ist auch der Grund für die Erhöhung der Leerlaufdrehzahl. Etwas zu viel Ventilspiel ist besser als zu geringes.



Motorlagerbuchsen

Wenn das Hinterrad wackelt und sich seitlich bewegen läßt dann sind die Gummiringe der Lagerbuchsen der Motoraufhängung defekt. Zum Austausch muß der Motor mit einem Hydraulikwagenheber abgestützt werden. Anschließend sollte die hintere Verkleidung entfernt werden (ist nicht unbedingt notwendig aber für die Reparatur sehr viel angenehmer).

Motoraufhaengung Motoraufhängung

Die Motorhalteschraube (rotes Rechteck) lösen und zur Hälfte herausziehen. Nun kann die Lagerbuchse (gelbes Rechteck) auf der rechten Seite herausgezogen werden. Wenn sie etwas klemmt kann man mit einem Schlitzschraubendreher etwas nachhelfen und die Buchse heraushebeln.
Lagerbuchse
Die Buchse wird nun gereinigt und mit neuen Gummiringen versehen. Die Ringe haben die Größe 15,8 x 2,4 mm. Original sind die Ringe recht teuer, im Fachhandel kann man aber passende Ringe günstiger bestellen.
Dichtringe Motorlagerbuchsen
Anschließend wird die Buchse gut eingefettet (Kugellagerfett oder Kupferpaste) wieder eingebaut. 
Um die linke Buchse zu wechseln steckt man nun auf der rechten Seite eine passende Schraube in das Lager um den Motor zu fixieren. Dann kann die Halteschraube ganz nach links herausgezogen werden ohne dass der Motor die Position verändert (außerdem wird er ja noch vom Wagenheber gestützt!). Nun kann die Buchse auf der linken Seite auch herausgezogen werden.

Zum Anschluß die Motorlagerschraube wieder ganz durchschieben, dabei die Buchse auf der rechten Seite gegenhalten damit sie von der Schraube nicht wieder herausgedrückt wird.

Lagerbuchse
Nach meiner Erfahrung verschleißen nur die Gummiringe, die Stahlbuchsen können weiterverwendet werden. Auch die Außenlager im Motorblock ist meißtens nicht verschlissen und braucht nicht getauscht zu werden.






wird demnächst weiter fortgesetzt...)

gel